Gesellschaftsrecht · Deutschsprachige Beratung
Mit 49 Prozent lässt sich weder beschließen noch verhindern
In vielen thailändischen Joint Ventures hält die deutsche Seite die Minderheit. Solange das Verhältnis trägt, fällt das nicht auf. Streit über Ausschüttungen, Geschäftsführung oder Kundenverträge entscheidet dann eine einzelne Satzungsklausel.

Welche Unterlagen zuerst zählen
Wir sichten Gesellschafterliste, Handelsregisterauszug, Satzung, Gesellschaftervereinbarung und die letzten Versammlungsprotokolle. Beschlussmehrheiten, Bestellung der Geschäftsführung und Ausschüttungsregeln entscheiden darüber, welche Mittel überhaupt zur Verfügung stehen.
Ist der Zugang zu Unterlagen versperrt, verlangen wir zunächst Einsicht in Bücher und Protokolle. Die so gesicherten Vorgänge tragen später den Vorwurf pflichtwidriger Geschäftsführung und die Schadensberechnung.
Wege aus der Blockade
Einberufungsverlangen, gerichtliche Versammlungsleitung, Anfechtung von Beschlüssen und die Untersagung der Amtsführung lassen sich je nach Lage kombinieren. Ob es um Rückgewinnung der Kontrolle oder um den Ausstieg geht, ändert die Reihenfolge grundlegend – deshalb steht das Ziel am Anfang.
Bestehen Anhaltspunkte für den Abfluss von Vermögen, prüfen wir zuerst Sicherungsmaßnahmen. Arreste auf Konten oder Grundstücke hängen an der Geschwindigkeit der Beweissicherung.
Anteilskauf und Ausstiegsverhandlung
Viele Verfahren enden damit, dass eine Seite die andere herauskauft. Bewertungsmaßstab, Prüfungsumfang, Zahlungsmodalitäten sowie Garantien und Freistellungen bestimmen den tatsächlichen Erlös. Steuerliche Belastung und Auslandsüberweisung gehören von Beginn an in die Rechnung.
Vorkaufs- oder Mitverkaufsrechte in der Satzung verändern die Ausgangslage. Wer die Optionen der Gegenseite anhand dieser Klauseln einengt, erreicht häufig eine Einigung ohne Gerichtsverfahren.
Auflösung als letzte Möglichkeit
Bleiben Verhandlung und Verfahren erfolglos, kommt der Auflösungsantrag in Betracht. Nachzuweisen ist, dass der Gesellschaftszweck nicht mehr erreichbar ist oder die Blockade den Betrieb dauerhaft verhindert; parallel ist die Verteilung des Restvermögens zu planen.
Auflösung kostet Zeit und Geld. Wir setzen sie deshalb als Verhandlungshebel ein und stellen vor einer Umsetzung die erwarteten Erlöse beider Wege gegenüber.
Häufige Fragen
- Die Mehrheit schüttet seit Jahren nichts aus – was hilft?
- Einberufungsverlangen und Bucheinsicht legen die Ertragslage offen; anschließend lässt sich prüfen, ob die Verweigerung der Ausschüttung sachlich begründet ist. Oft eröffnet das zugleich die Verkaufsverhandlung.
- Wir haben Treuhandanteile – bekommen wir sie zurück?
- Es braucht belastbare Nachweise: Zahlungsflüsse, Vereinbarungen, Dividendenempfang. Zugleich ist zu prüfen, ob die Konstruktion selbst zulässig war; schildern Sie den Sachverhalt daher vollständig.
- Geht statt Gericht auch ein Schiedsverfahren?
- Wenn die Gesellschaftervereinbarung eine Schiedsklausel enthält, ja. Ohne Klausel ist eine nachträgliche Vereinbarung möglich; wir vergleichen Dauer und Vollstreckbarkeit beider Wege.
Weitere Leistungen auf Deutsch
- Arbeitsrecht & Trennung — Arbeitsordnung und Akte sind Ihre Verteidigung.
- Unternehmenskauf & Joint Venture — Der Prüfungsumfang bestimmt Preis und Struktur.
- Immobilienkauf & Umschreibung — Erst die Rechtslage prüfen, dann anzahlen.
- Forderungseinzug — Wer zuerst sichert, wird bezahlt.
- Marken und Markenschutz — Anmelden, überwachen, durchsetzen.
- Strafverteidigung und Vernehmungsbegleitung — Vorladung, Kaution, Einigung und Hauptverhandlung auf Deutsch begleitet.
- Visum & Arbeitserlaubnis — Fristen und Reihenfolge im Griff behalten.
- Erbfall & Nachlass — Gerichtsbeschluss zuerst, dann die Umschreibung.
- Scheidung und Sorgerecht — Thailändisches Verfahren, deutsche Anerkennung.
- Vertragsgestaltung — Thailändische Fassung und Durchsetzbarkeit zählen.
- Zivilprozess & Forderungseinzug — Nicht bis zum Urteil, sondern bis zum Geldeingang planen.
- PDPA-Datenschutz-Compliance — Verzeichnis, Rechtsgrundlagen, Transfers und Meldeprozesse aus einer Hand.
- Bauverzug und Baumängel — Vertragsprüfung, Verzugsanalyse, Mängelansprüche, Schiedsverfahren.
- Zoll, Einfuhr und Nacherhebung — Tarifierung, Zollwert, Ursprung und Verfahren vor dem Steuergericht.
- Abgelehnte Versicherungsleistung — Bedingungen, Gutachten, Beschwerde und Klage – Schritt für Schritt.
- Franchise und Vertrieb — Struktur, Markenschutz, Steuerung und Beendigung im Griff.
- Ehevertrag und Güterstand — Zeitpunkt, Eintragung und Immobilien in einem Konzept.
- Behandlungsfehler und Komplikationen — Akteneinsicht, Haftungsprüfung, Vergleich und Klage.
- Laufende Buchhaltung — Fristen, Belege und Abschluss aus einer Hand.
- Private Einkommensteuer — Aufenthaltstage, Rente und Abkommen im Blick.
- BOI-Auflagen und Jahresmeldungen — Fristenplan, Jahresbericht und Maschinenabstimmung laufend betreut.
- Lohn, Sozialversicherung, Abfindung — Ein Ablauf von der Berechnung bis zur prüfungsfesten Ablage.
- Betriebsprüfung und Einspruch — Vom Umfang der Vorlage bis zur Minderung der Nachforderung.